Dorothea Roethe-Hofmeister. Eine hallische Goldschmiedin

7. Juni bis 3. Oktober 2016
Kuratorin: Christine Lehmann
Gestaltung: Inside Grafik, Axel Göhre
Remise 

„So glühend wurde nirgends geschaffen …“ Diesen Satz schreibt die Emaillekünstlerin Lili Schulz 1963 in einem Briefwechsel mit Wilhelm Nauhaus über ihre Zeit an der Burg Giebichenstein. Viele junge Menschen teilten diese Bewunderung für die Arbeit der „Bürgler“ und folgten dem Ruf der Schule.

So auch Dorothea Roethe-Hofmeiser (1929 – 1989). Nach ihrer Lehre zur Goldschmiedin nahm die hallische Kaufmannstochter 1951 die Ausbildung zur Schmuckgestalterin im Bereich Metall am „Institut für künstlerische Werkgestaltung“ der Burg Giebichenstein auf. Hier erlebte sie eine bewegte Zeit: Die Schule, auf dem Boden spätbürgerlicher Kultur entstanden, musste sich – kurz nach der Gründung der DDR – mit den Zielen der neuen Gesellschaftsordnung auseinandersetzen.

Das führte zu harten Konflikten. Lehrern wie Karl Müller (Metall) war es zu verdanken, dass der Gestaltung von Schmuck trotz allem nach und nach ein eigener Stellenwert beigemessen wurde. Mit der Ausbildung an der Burg gewann für Dorothea Roethe-Hofmeister zunehmend der Entwurf, die Verwirklichung einer Idee, an Bedeutung. Das Material diente dort – im Unterschied zum Kunstgewerbe – allenfalls als Mittel der Ausführung.

Für die gut ausgebildete, handwerklich begabte Goldschmiedin, die noch die klassischen Goldschmiedetechniken beherrschte und plastische, kompakte Formen unter Verarbeitung von Gold, Silber und edlen Steinen bevorzugte, war das eine neue Erfahrung. Ihre Werkstücke der 1960er und 70er Jahre wurden so zum Bindeglied zwischen der klassisch arbeitenden älteren Generation und einer jüngeren Generation hallescher Schmuckgestalter, welche sich um freiere Formen bemühte, dem Nebeneinander edler und unedler Materialen zum Durchbruch verhalf und Asymmetrie fast zum Dogma erhob.