Unsichtbare Wellen. Zur Geschichte des Rundfunks und den Versuchen seiner Aneignung im Raum Halle

2. Oktober 2016 – 8. Januar 2017
Kuratoren: Ralf Wendt und Alex Körner
Obere Galerie, Druckerei

2. – 30. Oktober 2016
Das Große Rauschen: The Metamorphosis of Radio
Sonderausstellung Radio Revolten Zentrale, Rathausstraße 4

Kuratorin: Anna Friz

Das Internationale Radiokunst-Festival Radio Revolten (1. bis 30. Oktober 2016) und das Stadtmuseum Halle erkunden in zwei Ausstellungen die Geschichte des emanzipativen Rundfunks und die Gegenwart der Radiokunst.

Unsichtbare Wellen

Die historische Ausstellung „Unsichtbare Wellen“, die bis 8. Januar 2017 im Stadtmuseum Halle zu sehen ist, erzählt vom Zauber des Rundfunks und vom Kampf um den Äther seit seiner Entstehung in den 20er-Jahren. Technische Seltsamkeiten sind zu hören und zu sehen: So zeigt das Institut für Sprechwissenschaften Halle erstmals Aufzeichnungsgeräte und Tonaufnahmen aus dem frühen 20. Jahrhundert und präsentiert der passionierte hallesche Sammler Volker Martin seine einzigartige Kollektion von Radioempfängern. Doch hinter den radiophonen Wunderkammern macht die Ausstellung vor allem die politische Dimension der unsichtbaren Wellen sichtbar. Besuchende erfahren, wie hallesche Arbeiter 1930 versuchten, einen eigenen Radiosender zu gründen und was es hieß, während der Zeit des Nationalsozialismus ein „Rundfunkverbrecher“ zu sein. Radio war und ist Instrument des Protests und der Propaganda. Dies kann das Publikum selbst erfahren, und sich am Piratenradio-senden ausprobieren.

Großes Rauschen

Wenige Schritte entfernt werden in der Rathausstraße 4 die Radiowellen der Zukunft geformt. Grenzzäune werden zu Transmittern umfunktioniert und die ausgegrenzten Laute der Radiosprache wieder hörbar gemacht. Die Ausstellung „Das Große Rauschen: The Metamorphosis of Radio“ zeigt zeitgenössische Radiokunst, die unsere Vorstellung von Radio auf den Kopf stellt. Elf Installationen internationaler Radiokünstlerinnen und -künstler spielen mit der Funktechnik und lassen neue Radioformate und Sendemöglichkeiten entstehen. Dabei können die Besuchenden auch ihre eigene Stadt neu entdecken: In der Installation „Halle hören“ erleben die Zuhörenden die akustische Landschaft ihrer Stadt.