Geschichten, die fehlen

Geschichten, die fehlen – Von Menschen mit Beeinträchtigungen

Ausstellung im Stadtmuseum Halle (Saale) vom 28.11.2019-10.05.2020

„Einfach dabei sein können“ ist ein oft gehörter Wunsch von Menschen mit Beeinträchtigungen. Das Stadtmuseum Halle stellt sich mit seiner neuen Sonderausstellung „Geschichten, die fehlen“ dieser Herausforderung. Wir fragten uns, wie wir betroffene Menschen bei der Ausstellungplanung beteiligen können. Wie können wir Leerstellen in unserer Sammlung füllen?

Ab 28.11.2019 sind die Antworten auf diese Fragen im Stadtmuseum zu sehen. Hier finden historischer und gegenwartsbezogener Ausstellungsteil zusammen. Im historischen Ausstellungsteil trägt das Museum in 15 Kapiteln erstmals Geschichten zusammen, die beispielhaft Auskunft geben über das Leben beeinträchtigter Menschen in der Stadtgeschichte von Halle. Die Themen reichen vom halleschen Original Zither-Reinhold über die sogenannte „Blindenware“ bis hin zur Betreuung von Menschen mit seelischen und geistigen Beeinträchtigungen zu DDR-Zeiten. Der zeitliche Schwerpunkt liegt auf dem 19. und 20. Jahrhundert. Der gegenwartsbezogene Ausstellungsteil zeigt Geschichten, die Menschen mit Beeinträchtigungen seit März 2019 eingebracht haben. Unter den Exponaten finden sich zum Beispiel ein Buch, das das Leben eines gehörlosen Mannes auf den Kopf gestellt hat, ein Rollstuhl, der mit seiner Besitzerin um die halbe Welt gereist ist und ein Orden, der zwar für das Scheitern steht, aber dennoch über die Leidenschaft eines blinden Mannes [Charly Schmidt, Bild] für den Wassersport erzählt. Eine beide Teile verbindende Plattform bietet Raum, sich über Inklusion zu informieren und darüber zu diskutieren. Gemeinsamer Hintergrund ist die Behindertenrechtskonvention mit ihrem Ziel, den vollen und gleichberechtigten Genuss aller Menschenrechte und Grundfreiheiten durch alle Menschen mit Behinderungen zu fördern, zu schützen und zu gewährleisten (Art. 1 BRK). Der historische Ausstellungsteil wird mit Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt gefördert. Der gegenwartsbezogene Ausstellungsteil wird im Fonds Stadtgefährten der Kulturstiftung des Bundes gefördert.

> zur Webseite „Geschichten, die fehlen“

Entdecken Sie Halle anhand ungewöhnlicher Exponate!