Doppler-Vorträge im Rahmen der Moderne-Sonderausstellung – Mittwoch, 22. Mai 2019, 18 Uhr

„Die Moderne durchs Objektiv von Hans Finsler“ (T.O. Immisch) sowie
„Die Moderne durchs Objektiv von Gert Schütze“ (Gert Schütze)

Wir laden am Mittwoch, dem 22. Mai 2019, um 18 Uhr zu zwei weiteren Vorträgen im Rahmen der Moderne-Sonderausstellung ein. Der Fotografiehistoriker T. O. Immisch sowie der Fotograf Gert Schütze zeigen in ihren beiden Vorträgen, dass das „Neues Bauen“ oftmals auch ein „Neues Sehen“ begründete.

Nach dem Ersten Weltkrieg waren überkommene Traditionen, Regeln Werte, Selbstverständlichkeiten nicht mehr gültig, zumindest fragwürdig geworden. Daraufhin sollte nun alles neu werden: die neue Gesellschaft, die neue Frau, der neue Tanz, das neue Bauen, das neue Sehen in der Fotografie, um nur einige Beispiele zu nennen. Es entstanden im Zuge der Wohnungsnot der 1920er Jahre neue Stadtviertel, insbesondere im Süden der Stadt der Stadt, aber auch moderne Einzelbauten über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Dokumentiert hat diese Bauten im Sinne des Neuen Bauens vor allem Hans Finsler, der Gründer und Leiter der Fotoklasse an der Kunstschule der Burg Giebichenstein im Auftrag der Stadt. Für ihn begründete dieses „Neue Bauen“ auch ein „Neues Sehen“.

Der Fotografiehistoriker T. O. Immisch stellt an diesem Abend eine Auswahl der von Hans Finsler gemachten Aufnahmen dieser „Neuen Bauten“ vor, auch um zu zeigen, wie angemessen der Fotograf auf seine Objekte reagierte und diese „eingefangen“ hat. Immisch hat zuletzt im Heft HALLETHEMA 2019: Aufbruch in die Moderne (kostenlos im Ratshof erhältlich) zu NEUES BAUEN und NEUES SEHEN in Halle publiziert.

Jahrelang zog der Fotograf Gert Schütze durch Halle und fotografierte erhaltene Bauten der Moderne. So dokumentierte er mit Sachkenntnis und Sorgfalt die Zeugen des Neuen Bauens. Das Stadtmuseum Halle zeigt in der aktuellen Moderne-Sonderausstellung ausschnitthaft das umfangreiche Werk des Fotografen. In seinem Vortrag wird Gert Schütze an ausgewählten Fotografien die stilistische Entwicklung seiner Fotoarbeiten beginnend mit Bauten aus dem späten 19. Jahrhundert bis in die 1940er Jahre vorstellen und erläutern.

Zum Format: Die Doppler-Vorträge im Stadtmuseum wurden erstmals im Rahmen dieser Sonderausstellung eingeführt. Ein Experte trägt zu einem historischen Sachverhalt vor, ein anderer Experte, als Ko-Referent, bringt eine Sicht aus heutiger Sicht ein. So entsteht Multiperspektivität – in diesem Fall auf Bauten der Moderne in Halle (Saale).