2. Werkstattgespräch „Spuren in Halle“: Der hallesche Arzt Horst Schumann und das Euthanasie-Programm im Nationalsozialismus
mit Dr. Maik Evers, Mitglied Kuratorenteam Stadtmuseum Halle
Was bedeutet das „Recht auf Leben“ – und was geschieht, wenn ein Staat dieses Recht bestimmten Menschen abspricht? Im Nationalsozialismus (1933–1945) galten Menschen mit geistigen, seelischen und körperlichen Beeinträchtigungen als „lebensunwert“. Mehr als 350.000 Frauen und Männer wurden zwangssterilisiert, viele starben an den Folgen der Eingriffe. Im Rahmen der sogenannten „Euthanasie“-Programme wurden über 300.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene systematisch ermordet.
Durch das Werkstattgespräch führt Dr. Maik Evers, Mitglied des Kuratorenteams Stadtmuseum Halle. Nach einer kurzen Einführung können die Besucherinnen und Besucher Objekte und Dokumente, ihre Geschichten und ihre Bedeutung gemeinsam mit ihm erkunden.
Im Mittelpunkt steht der hallesche Arzt Dr. Horst Schumann, der als Mediziner aktiv an den nationalsozialistischen „Euthanasie“-Maßnahmen beteiligt war. Am Beispiel seiner Biografie wird der Lebensweg eines Mediziners nach seiner Verbindung zur Euthanasie und ethische Zweifel beleuchtet. Die Folgen seines Handelns werden am Beispiel der Opferbiografien erzählt.
Verschiedene Fragen zur gesellschaftlichen Verantwortung und zur heutigen Auseinandersetzung mit dem Thema laden zu einem gemeinsamen Dialog ein.
Tickets
Eintritt Stadtmuseum 5 €/ erm. 3 € zzgl. Führungsgebühr 2 €
