Oberburg Giebichenstein

Oberburg Giebichenstein

Romantische Ruinen und Stimmen aus der Vergangenheit

Auf einem Felsen über der Saale thront die Burg Giebichenstein. Als Bischofssitz im 12. Jahrhundert errichtet und 400 Jahre später durch einen Brand zerstört, ist sie heute schönste Ruine der Stadt. Hier schlug die Geburtsstunde Halles, von hier aus wurde regiert, hier gelang "Ludwig dem Springer" die Flucht aus der Kerkerhaft durch einen kühnen Sprung in die Saale. Dichtern der Romantik diente die Ruine als Inspiration.

Voller Geschichte und Geschichten steckt die alte Burg. In einer neu gestalteten Ausstellung kann man sie entdecken. So gelingt mit dem Erlebnisfernrohr der Blick zurück in die Zeit vor der Zerstörung der Burg - in 3D und Farbe! Zahlreiche Hörbeitrage (abrufbar über QR-Codes mit dem eigenen Smartphone) versetzen in vergangene Zeiten. Lauschen Sie dem Gefangen aus dem Lochgefängnis im Turm, nehmen Sie Teil an einem mittelalterlichen Gelage! An einer Soundstation kann man sich selbst im Minnesang ausprobieren. Technisch raffiniert und humorvoll ist die Ausstellung gestaltet, die sich bis zum benachbarten Amtsgarten hinzieht. Hier plaudert eine Pergola mit den Stimmen von Dichterpersönlichlichkeiten.

Von Gefängnis und Minnesang

Auf dem Gelände laden QR-Codes dazu ein, mehr zu erfahren über Leben und Treiben auf der Burg. Hören Sie mal rein und erfahren Sie, wer aus dem Lochgefängnis ruft und wie Minnesang klingt!

Atemberaubende Ausblicke und rauschende Feste

Das Saaletal mit den Klausbergen und die weiten Ausblicke bis über die Stadtgrenzen hinaus sind ebenfalls kommentiert und abrufbar. Auch spannend: Einblicke von oben in den Hof der Unterburg, wo die Studierenden der Kunsthochschule Burg Giebichenstein arbeiten und ausstellen. 

Von Ostern bis Oktober finden auf der Oberburg Veranstaltungen für Groß und Klein statt: Burgfeste, Führungen, Lesungen, Familiennachmittage, Theater, Konzerte und Sommerkino. Im August ist Sternschnuppensaison und wir laden zum "Picknick unter Sternen" ein. Schauen Sie in unseren Veranstaltungskalender!

Die Burg im Laufe der Jahrhunderte

Das Video von Alexander Börner zeigt, wie die Burg auf dem Giebichenstein immer wieder umgebaut wurde.

Eine Siedlung im Wirtschaftsboom

Das Gebiet um den Giebichenstein-Felsen zählt zu Halles ältesten Siedlungsgebieten. Mit Beginn des frühen 9. Jahrhunderts wurde es Teil des fränkischen Reiches. Die Salzproduktion im benachbarten Wittekindtal, die strategisch günstige Lage des Felsens an einem Flussübergang und die Nähe wichtiger Handelsstraßen waren ideale Voraussetzungen für den Bau einer Burg. Im Jahre 961 erhielt das Magdeburger Moritzkloster den Burgort Giebichenstein von König Otto I. auf dem  Gelände des heutigen Amtsgartens. Von dieser alten Anlage sind keine Reste erhalten. Die neue Burg, die Oberburg, wurde als repräsentativer Palast im 12. und 13. Jahrhundert auf dem Felsen Giebichenstein errichtet.

Ein Ort zum Wohnen und Regieren

Freigelegte Gebäudereste zeugen von der Nutzung der Burg nicht nur als  Verwaltungssitz, sondern auch als Wohnort der Magdeburger Erzbischöfe: erkennbar sind Palast und Wohnturm mit Pfeilern und Kaminen. Seit Ende des 14. Jahrhunderts war sie die Hauptresidenz der Magdeburger Erzbischöfe in ihrer Funktion als Stadtherren von Halle. Zudem stellte die Oberburg eine Zoll- und Münzstätte dar.
In der Mitte des 15. Jahrhunderts erfolgte die Errichtung der Unterburg, dem Sitz der heutigen Burg Giebichenstein, Kunsthochschule Halle. Das im Burghof stehende Kornhaus entstand im Jahre 1473. Im Westflügel wurden bis in das Jahr 1500 hinein die Residenz, das Speise- und Brauhaus gebaut.

Bedeutungsverlust und Sinneswandel

Nach dem Bau der Moritzburg innerhalb der Stadtmauern zog der Magdeburger Erzbischof dorthin. Die Unterburg wurde Zoll-, Wirtschafts- und Verwaltungssitz. Nach einem verheerenden Brand im Jahre 1636 wurde nur die Unterburg wieder aufgebaut.
Der idyllisch anmutende Amtsgarten und die Ruine Giebichenstein faszinierten Romantiker wie Johann Friedrich Reichardt, und regten zu literarischem Schaffen an. Joseph von Eichendorff verewigte sie in seinem Gedicht „Da steht eine Burg über'm Thale“. Ein romantischer Ort ist sie noch heute.

 

historische Postkarte mit Blick auf die eine Eisenbrücke über die Saale, dahinter die Burg Giebichenstein

von April bis Oktober
(Termine im Veranstaltungskalender)

Dienstag bis Freitag:
10:00 → 18:00 Uhr

Samstag, Sonntag, Feiertage:
bis 19:00 Uhr

Führungen
jeden Sonntag 12:00 Uhr und 14:00 Uhr

(zusätzliche Führungen nach Vereinbarung)

Erwachsene:
→ 4,00 €

Schüler, Studenten, Azubis, FSJ, ALG 1, Rentner, Bundesfreiwilligendienst, Schwerbehinderte (entsprechender Nachweis erforderlich):
→ 2,50 €

Kinder bis 14 Jahre, bei Begleitung eines Schwerbehinderten entsprechender Nachweis erforderlich, Inhaberinnen/Inhaber Halle-Pass-A:
freier Eintritt

 

Für Gruppen ab 10 Personen

Erwachsene
→ 3,50 €

ermäßigter Eintritt
2,00 €

 

Führungen

angemeldete Gruppen bis 15 Personen während der Öffnungszeiten zzgl. Eintritt
→ 30,00 €

ab 16 Personen erhöht sich die Gebühr pro Person um 2,00 € zzgl. Eintritt
2,00 €

 

Spezialkarten für Stadtmuseum & Oberburg Giebichenstein

Jahreskarte Erwachsene
20,00 €

ermäßigte Jahreskarte
15,00 €

Kombiticket Erwachsene
6,00 €

ermäßigtes Kombiticket – 1 Monat gültig
3,50 €

Entspannt und komfortabel erreichen Sie die Oberburg Giebichenstein mit dem öffentlichen Personennahverkehr, Haltestelle „Burg Giebichenstein“.

Von der Seebener Str. die (gleichnamige) Stichstraße Richtung Eingang Unterburg nehmen. Diesen links liegen lassen und gerade aus weitergehen bis zur Tür in der Mauer.

Bitte beachten Sie, dass die Oberburg Giebichenstein nicht barrierefrei ist.

Die Oberburg besitzt keine barrierefreien Zugänge. Aufstieg zur Oberburg und gesamtes Plateau sind uneben.

Logo Straße der Romanik

Die Oberburg Giebichenstein auf der Straße der Romanik