| Christian-Wolff-Haus | Vortrag

Mehr als eine Akademie der Grazien? Hallesche Frauenzeitschriften, die Verlegerin Gebauer und Frauenbildung im Halle des 18. Jahrhunderts

In der Reihe "Entdecke Halle! mit Kennern" - mit Historikerin Ida Karste und Kuratorin Dr. Berit Wagner

Portrait Maria Sophie Gebauer als ältere Frau, Kreidezeichung - daneben Illustration aus "Akademie der Grazien", historische Abbildung einer nackten Frau, auf einem Buch aufgestützt, unterrichtet zwei Kinder

Maria Sophie Gebauer und die "Akademie der Grazien"

Hatten Frauen im 18. Jahrhundert wirklich kaum Möglichkeiten, sich zu bilden – und wurde Wissen ausschließlich von Männern verbreitet? Der Vortrag hinterfragt diese Vorstellung und richtet den Blick auf Halle als ein Zentrum der Aufklärung. Ausgehend von der Dauerausstellung im Christian-Wolff-Haus steht die Verlegerin Maria Sophia Gebauer im Mittelpunkt. Unter ihrer Verlagsführung erschien ab 1774 mit der Akademie der Grazien eine der frühen Frauenzeitschriften der Stadt.

Frauen im 18. Jahrhundert – hatten keine Möglichkeiten sich zu bilden und Wissen wurde nur von Männern verbreitet? Im Vortrag soll dieses Bild mit einem spezifischen Blick auf Halle, einem Zentrum der Aufklärung, korrigiert werden. Ausgehend von der Dauerausstellung im Christian-Wolff-Haus wird das Wirken der Verlegerin Maria Sophia Gebauer beleuchtet. Unter ihrer Regie wurde ab 1774 eine der ersten Frauenzeitschriften in Halle herausgegeben, die Akademie der Grazien. Welches Wissen diese Zeitschriften ihren Leserinnen vermittelten und wie sie in den größeren Kontext der Frauenbildung im Halle des 18. Jahrhunderts eingeordnet werden können – diese Fragen möchte die Kennerin Ida Karste gemeinsam mit den Besuchern der Veranstaltung erkunden. Ein kleiner Rundgang durch das Christian-Wolff-Haus und zu ausgewählten Objekten eröffnet den Abend.

Ida Karste hat den deutschlandweit einzigartigen Masterstudiengang „Kulturen der Aufklärung“ an der MLU Halle-Wittenberg studiert – und ist seitdem vom 18. Jahrhundert fasziniert. Fragen der Wissensgeschichte mit dem Feld der Frauen- und Geschlechtergeschichte zu verbinden, wurde dabei zu ihrem Schwerpunkt, den sie nach dem Studium in ihrer Arbeit als freie Historikerin und Projektkoordinatorin für die Leipziger Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V. vertiefen konnte.

Eintritt 7 €