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Die Sammlung Fredrich

Stadtmuseum | 21.10.2025 Entdecken

Im Jahr 1996 gelangte, per Übereignung eine Sammlung in das Stadtmuseum Halle, die eine beeindruckende Menge an Spielzeug, Alltagsgegenständen und Kunstgewerblichen Objekten enthält. Diese Sammlung, mit dem Inventarnamen, „Fredrich“, ruhte mehrere Jahrzehnte fast unberührt in den Depoträumen des Stadtmuseums.

Die Sammlung der Familie Fredrich bietet einen interessanten und einzigartigen Einblick in das Leben einer Hallenser Familie und ihres Lebens und Wirkens in der Saalestadt. Ursprünglich ging man davon aus, dass der Großteil der Sammlung aus Objekten und Gegenständen bestand, die von dem Tischlermeister Erich Fredrich gefertigt wurden.

Im Laufe der Sichtung, stellte sich jedoch heraus, dass seine Frau in einem nicht unerheblichen Maße zum Umfang der Sammlung beigetragen hat. Es fanden sich mehrere hundert, von ihr angefertigte Bastfiguren und weitere in Heimarbeit angefertigte Objekte, darunter Taschen und Hausschuhe.

Die von Erich Fredrich angefertigten Spielzeuge zeichnen sind in ganz besonderer Weise durch ihre Vielseitigkeit aus. So gibt es etwa einen Puppenwagen, der sowohl geschoben als auch gezogen werden kann, eine Wiege, die wahlweise steht oder rollt, und eine Puppenkommode, die zugleich als Küchenmöbel dient.

Besonders beeindruckend ist ein Markstand den der Tischlermeister Ende der 1930er Jahre geschaffen hat. Er ist auf dem Familienbild zu sehen. Er diente, je nach Bedarf als Marktstand, Kasperletheater oder Wurfbude. Zu den von ihrem Mann geschnitzten Kasperlefiguren fertigte Ruth Stenzel-Fredrich liebevoll die passenden Kleider.

Als die Tochter der Familie, Ruth Brigitte Fredrich, dem Museum Teile der Sammlung für eine Ausstellung entlieh berichtete sie, dass es ihrem Vater stets ein besonderes Anliegen gewesen sei, auch jenen Kindern eine Freude zu bereiten, deren Väter im Krieg waren oder nicht mehr lebten.

Dass diese wertvolle Sammlung heute erhalten ist, ist vor allem Ruth Brigitte Fredrich zu verdanken. Durch ihr Engagement bleibt das Lebenswerk ihrer Eltern bewahrt, als Zeitdokument, Familiengeschichte und Zeugnis hallescher Handwerkskunst zugleich.

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