Detail Deckel mit geätztem Goldmotiv in Form eines Vogels

Wohin mit den Schätzen?

Elke_Arnold | 09.04.2021 Lettiner Porzellan

...fragt sich Herr T., der uns seine persönliche Geschichte zum Lettiner Porzellan erzählte: Etwa 4 km sind es von Dölau nach Lettin. Herr T. fuhr sie als Kind oft mit dem Fahrrad, um seine Großmutter zu besuchen. In ihrem Wohnzimmer stand ein Vitrinenschrank mit Lettiner Porzellan.

Wunderschöne Stücke aus der Vorkriegszeit, in dem die Porzellanfabrik noch nach ihrem Gründer hieß: Baensch-Werk. Die Stempel auf den Unterseiten geben Auskunft darüber. Wir haben einige der Stücke in einem Messekatalog von 1928 gefunden. Für das Porzellan hat sich Herr T. als Kind nicht interessiert. Auch nicht dafür, wie die Großmutter, die in bescheidenen Verhältnissen lebte, zu den wertvollen Stücken gekommen ist. Hatte sie vielleicht im Werk gearbeitet?

Als Erwachsenen holten ihn die Vitrinenstücke der Großmutter wieder ein: Bei der Auflösung ihres Haushaltes ging ein Teil davon in seinen Besitz über. "Etwas aus der Mode gekommen, Porzellan in der Vitrine zu zeigen", meint Herr T. und seine Frau ergänzt: "Wir haben ja noch mehr Porzellan aus Lettin, auch ein Kaffeeservice. Aber wer benutzt denn heute noch so eine Kaffeekanne?"

So stehen die guten Stücke sicher aufbewahrt seit vielen Jahren im Schrank. Sie erinnern Herrn T. an seine Großmutter und auch an die Zeit, in der die Lettiner Porzellanfabrik ein großer Arbeitgeber für die Dörfer der Umgebung war.

Wohin nun mit den Lettiner Schätzen? Die einen haben sie, die anderen wollen sie: Herr T. inspirierte uns zu der Idee, einen Flohmarkt im Hof des Stadtmuseums zu veranstalten. Wir sind optimistisch, dass das spätestens im Herbst klappen könnte!

Wer hätte Lust, mitzumachen?

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