Plakatmotiv: Ein blauer Z-Stuhl, ein roter Tisch und ein gelber eiförmiger Sessel auf schwarzem Untergrund

19.06. → 01.11.2026

PURe VISIONEN. Kunststoffmöbel zwischen Ost und West

In den 1960er- und 1970er Jahren tauchten farbenfrohe, futuristisch anmutende Möbel aus Polyurethan (PUR) auf. Im Westen entworfene Stücke wie das „Garten-Ei“ oder der „Z‑Stuhl“ waren für die auch für die DDR von Interesse. Zwischen Chemieprogramm, Massenproduktion und Gestaltungsidealen wurde PUR in der DDR zur Staatsaufgabe. Ergänzt um hallesche Perspektiven, Entwürfe aus der Kunsthochschule Burg Giebichenstein und Alltagsgeschichten vor Ort verbindet die Ausstellung Design, Politik und Konsum – und fragt nach der Zukunft nachhaltiger Materialien.

Die Ausstellung beleuchtet die deutsch-deutsche Transfergeschichte rund um PUR-Möbel. Filmausschnitte und Fotos geben Einblicke in die Herstellungsprozesse. Gezeigt werden ikonische ebenso wie wenig bekannte Möbelstücke und Entwurfszeichnungen aus Ost und West. Biografische Skizzen machen die Gestalter und Gestalterinnen hinter den Möbeln sichtbar. Werbefotos, Postkarten, Materialproben und weitere Kunststoffobjekte runden die Präsentation ab. Die Ausstellung zeigt auf, wie eng Chemie, Design, Politik und Konsum verbunden waren, und greift aktuelle Fragen zur Wiederverwertung von Polyurethan und Nachhaltigkeit auf.

PURe VISIONEN ist eine in Kooperation des Kunstgewerbemuseums, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, und dem Museum Utopie und Alltag in Eisenhüttenstadt erarbeitete Wanderausstellung. Für die Präsentation in Halle wurde sie mit einem Extra-Ausstellungsteil um hallespezifische und regionale Perspektiven erweitert.

Vom Zukunftsstoff zum Gästebett - Wie Polyurethan in Halle Designträume und Alltagsmöbel verband

Polyurethan (PUR) galt in den 1960er- und 1970er-Jahren als Material der Zukunft. Farbig, leicht und vielseitig formbar, stand der Kunststoff für Aufbruch, technischen Fortschritt und neue Ideen vom Wohnen. Auch Halle spielte dabei eine besondere Rolle: Hier trafen die experimentellen Designvisionen der Burg Giebichenstein auf die industrielle Produktion im mitteldeutschen Chemiedreieck.

Der ergänzende Ausstellungsteil im Stadtmuseum Halle lädt dazu ein, die bislang wenig bekannte Geschichte von PUR in Halle zu entdecken. Im Mittelpunkt stehen die Designgeschichte der BURG, die Bedeutung der Chemieindustrie für die Region, persönliche Erinnerungen an PUR-Möbel im Alltag sowie aktuelle Fragen nachhaltiger Gestaltung.

Zu sehen sind Möbel, Konsumgüter, Fotografien und Designentwürfe, die zeigen, wie eng Innovation, Industrie und Alltagsleben miteinander verbunden waren. Gleichzeitig schlägt die Ausstellung den Bogen in die Gegenwart und fragt, welche Rolle Materialien heute für nachhaltiges Wohnen und Gestalten spielen.

Medien- und Mitmachstationen laden dazu ein, die Themen selbst zu erkunden, Erinnerungen zu teilen und Design spielerisch zu entdecken – ganz im Sinne des Ausstellungsmottos: Erinnern, Entdecken, Mitmachen.

Menschen und Möbel - Was ist Ihre PUR-Geschichte?

Einzelne PUR-Möbel von damals stehen heute noch in Gärten, Küchen oder Werkstätten. Mit ihnen verbinden sich Erinnerungen und Geschichten von Anschaffung, Gebrauch und Alltag. Der Ausstellungsbereich präsentiert Geschichten und persönliche Erinnerungen von Hallenserinnen und Hallenser rund um PUR-Möbel.

Wer hat eine persönliche PUR-Geschichte und möchte sich beteiligen? Wir sammeln Fotos von damals und/oder heute und kurze Erinnerungen zur digitalen Präsentation in der Ausstellung. 
Bitte schicken Sie Fotos und Text per E-Mail an elke.arnold@halle.de.

Kooperationspartner und Förderer

PURe VISIONEN ist eine Ausstellung des Kunstgewerbemuseums, Staatliche Kunstsammlungen Dresden und dem Museum Utopie und Alltag in Eisenhüttenstadt in Halle (Saale) in Kooperation mit dem Stadtmuseum Halle.

Die Ausstellung wird gefördert durch die Bundesstiftung Aufarbeitung, die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt, den Industriepark Lausitz und BASF Schwarzheide GmbH und unterstützt vom Deutschen Rundfunkarchiv.

Logoleiste Koop.jpg Logos von: Museum für Utopie und Alltag, Staatliche Kunstsammlung Dresden und Stadtmuseum Halle
Logos Stiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur, Industriepark Lausitz, BASF, Kunststiftung Sachsen-Anhalt