Buchbare Angebote zur Ausstellung
Beratung und Buchung:
Dialogische Ausstellungsführung mit Arbeits- und Diskussionsphasen
Schülerinnen und Schüler ab Klasse 9 setzen sich mit der Frage auseinander, warum wir uns heute noch mit Tätern wie Reinhard Heydrich und dem Arzt Horst Schumann beschäftigen. Anhand ihrer Karrieren – beide in Halle aufgewachsen und stark karriereorientiert – analysieren sie Handlungsspielräume, Verantwortung und Beteiligung am nationalsozialistischen Gewalt- und Vernichtungssystem. Die Ausstellung in Halle lädt dazu ein, die lokale Geschichte mit Fragen von Erinnerungskultur und eigener Verantwortung heute zu verknüpfen.
Dabei reflektieren sie, warum die Beschäftigung mit Täterbiografien für unsere heutige Erinnerungskultur wichtig ist und welche Bezüge sich zu Fragen von Verantwortung, Macht und eigenem Handeln in der Gegenwart ergeben.
Dauer: 1,5 h
ab Klasse 9
3 € pro Person
In Halle wuchsen zur selben Zeit zwei Menschen heran, der eine rettete Juden vor dem Tod, der andere plante die "Endlösung". Beide gehörten der Kriegsjugendgeneration an, beide wurden vom Ersten Weltkrieg geprägt, nahmen aber nicht als aktive Soldaten teil.
Otto Herrmann wuchs im Arbeitermilieu auf und würde später in der KZ-Außenstelle Niederorschel jüdische Häftlinge vor dem Tod retten.
Reinhard Heydrich wuchs in gutbürgerlichen Verhältnissen heran und würde 1942 die Wannsee-Konferenz leiten, deren Ziel die Ermordung der jüdischen Bevölkerung war.
Schülerinnen und Schülern können anhand der dokumentierten Lebensläufe beider Hallenser lernen, wie unterschiedlich sich Menschen entwickeln, die in derselben Stadt geboren werden. Welche Ereignisse und Entscheidungen führten zu den unterschiedlichen Persönlichkeiten? Wurde bereits in Halle „vorprogrammiert“, dass der eine zum Mörder, der andere zum Retter wird?
Dauer: 2 x 3 h, verteilt auf zwei Tage
Orte: Teil 1 in der Dauerausstellung „Entdecke Halle!“, Teil 2 im Stadtraum
ab Klasse 9
4,50 € pro Person, mind. 45 €
Was bedeutet das „Recht auf Leben“ – und was geschieht, wenn ein Staat dieses Recht bestimmten Menschen abspricht?
Im Nationalsozialismus (1933–1945) galten Menschen mit körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen als „lebensunwert“. Mehr als 350.000 Frauen und Männer wurden zwangssterilisiert, viele starben an den Folgen der Eingriffe. Im Rahmen der sogenannten „Euthanasie“-Programme wurden über 300.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene systematisch ermordet.
Das dreistündige Vermittlungsformat im Stadtmuseum Halle setzt sich mit diesen Verbrechen anhand regionaler Beispiele auseinander. Im Mittelpunkt steht der hallesche Arzt Dr. Horst Schumann, der als Mediziner aktiv an den nationalsozialistischen „Euthanasie“-Maßnahmen beteiligt war.
Die Teilnehmenden analysieren Originalquellen, rekonstruieren Lebenswege von Opfern und setzen sich mit der Frage auseinander, ob und inwiefern ethische Zweifel bei den Tätern eine Rolle spielten. Dabei wird deutlich, welche konkreten Folgen die Entscheidungen einzelner Personen für das Leben vieler Menschen hatten.
Das Format fördert historisches Urteilsvermögen, Quellenkompetenz und die Fähigkeit zur ethischen Reflexion. Zugleich schlägt es eine Brücke in die Gegenwart: Welche Verantwortung tragen Medizin, Wissenschaft und Gesellschaft heute im Umgang mit Krankheit, Behinderung und Menschenwürde?
Das Angebot eignet sich besonders zur Vertiefung der Themen Nationalsozialismus, Menschenrechte und Medizinethik im Geschichts- oder Ethikunterricht.
Zielgruppe: ab Klasse 9
Ort: Stadtmuseum Halle
Dauer: 3 Stunden
Kosten: 4,50 € pro Person (Begleitpersonen kostenfrei), mind. 45 €
Gruppengröße: max. 30 Schüler und Schülerinnen
Dauer: 1 h
für Erwachsene (bis 15 Pers.) 30 €, zzgl. Eintritt Stadtmuseum
Forschungsheft "Spuren in Halle"
Zur aktiven Arbeit mit der Ausstellung gibt es ein Forschungsheft, das im Stadtmuseum ausgegeben wird. Optional kann es auch hier heruntergeladen werden.
