Stolpersteine - Filme gegen das Vergessen
Kurzfilmreihe im Puschkino
Stolpersteine - Filme gegen das Vergessen ist eine Kurzfilmreihe des Master-Studiengangs Multimedia und Autorschaft der Abteilung für Medien- und Kommunikationswissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Inspiriert vom Stolpersteinprojekt des Künstlers Gunther Demnig, setzen sich die Studierenden seit 2007 in dokumentarischen Projekten mit den Menschen und Geschichten hinter den Gedenksteinen auseinander. Seit 2016 werden die in Kooperation mit dem Zeitgeschichte(n) e. V., dem Stadtmuseum Halle und weiteren Partnern entstandenen Filme jährlich im Januar gezeigt.
Filmprogramm 2026
Die Filme 2026 folgen dem Motto "Ungesehen! – Über Zwangsprostitution, queere Menschen, kulturelle Ideale, eine couragierte Stadt und einen Road Trip zur eigenen Geschichte". Die Medienschaffenden sind anwesend, stellen ihre Filme vor und stehen für Fragen aus dem Publikum bereit.
PROTOKOLLIERT, BENUTZT, VERGESSEN: ZWANGSPROSTITUTION IN KONZENTRATIONSLAGERN
Autorinnen: Carolin Körber, Lea Büttner
Der Film beleuchtet ein verdrängtes Kapitel der NS-Geschichte: die systematische Zwangsprostitution in Lagerbordellen. Anhand der fragmentarischen Erzählungen von Zeitzeuginnen wird sichtbar, was lange im Schatten stand – und bis heute nicht aufgearbeitet ist.
DIE NASE ALS ZEICHEN DES ANDEREN
Autorinnen: Johanna Pichler, Allegra Wendemuth, Charlotte Bock, Nele Störmer
Von der plastischen Chirurgie im frühen 20. Jahrhundert bis zu TikTok-Trends heute: Der Film zeigt, wie antisemitische Schönheitsnormen sich durch die Jahrhunderte ziehen und bis in die Gegenwart hinein Körper und Selbstbilder prägen.
KURT KOCH UND DER ROSA WINKEL
Autorinnen: Kio Weck, Marianna Mertens
Kurt Koch aus Halle überlebt die NS-Verfolgung als homosexueller Mann – doch seine Stimme wurde nie gehört. Der Film erzählt von der systematischen Unterdrückung queerer Menschen und dem jahrzehntelangen Schweigen darüber.
GESTOHLENES GEDENKEN: STOLPERSTEINE IN ZEITZ
AutorInnen: Babett Gumbrecht, Felix Jakobs, Erik Peuker, Clemens T. Kral, Nicole Scheermann Zeitz, Oktober 2024
Alle Stolpersteine der Stadt werden gestohlen. Januar 2025: Die neu verlegten Steine werden beschädigt. Der Film dokumentiert Angriffe auf das Gedenken und die beeindruckende Zivilcourage einer Stadt, die sich wehrt.
DER WEG ZURÜCK
AutorInnen: Louis Auvray, Oscar Krimm, Annika Seiferlein
Michal Saar Bleiweiß begibt sich auf die Spuren ihres Vaters Manfred Katz, der in Halle aufwächst und den Holocaust überlebt. Die Reise führt von Israel über Prag und Theresienstadt zurück nach Halle: eine persönliche Auseinandersetzung der zweiten Generation mit den Verbrechen an ihrer Familie.
Hintergrund
Am 27. Januar jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 81. Mal. Der Tag ist dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus gewidmet. Aus diesem Anlass werden am 26.1.2026 und am 27.1.2026 im Puschkino Kurzfilme zu Stolpersteinen in Halle gezeigt. Vor vielen Wohnhäusern in europäischen Städten erinnern Stolpersteine an Menschen, die einst dort lebten und vom NS-Regime verfolgt und getötet wurden.
