Christian-Wolff-Haus

Die Große Märkerstraße in Halle existiert nachweislich seit dem 12. Jahrhundert. 1558 entstand durch Umbau älterer Bausubstanz ein Renaissance-Gebäude, welches 1720 im barocken Stil umgestaltet wurde. Im Jahre 1740, unmittelbar nach seiner triumphalen Rückkehr nach Halle, kaufte der Begründer der Frühaufklärung, der Philosoph Professor Christian Wolff (1679 – 1754), für 3.425 Taler das Haus. Sein Wohnhaus wurde ein Zentrum der Philosophie und Wissenschaft in Halle.

Zu Zeiten Christian Wolffs waren fast alle Räume mit prachtvollen Stuckdecken, Deckenmalereien und Tapeten ausgestaltet, die zum Teil heute noch erhalten sind. Ebenfalls erhalten und begehbar ist die barocke Treppe mit den auffälligen Granatäpfel-Verzierungen, die in sein ehemaliges Privatauditorium im Dachgeschoss führt.

Christian Wolff starb in seinem Haus am 9. April 1754. Acht Jahre später, 1762, erwarb Johann Justinus Gebauer (1710 – 1772) das Anwesen und richtete eine Druck- und Verlagsanstalt ein. Nachfolger Johann Jakob Gebauers (1745 – 1818) wurde im Jahr 1819 sein Schwiegersohn Carl August Schwetschke, der neben seiner eigenen Firma, Hemmerde und Schwetschke, Verlagsbuchhandlung, Druckerei und das Grundstück seines Schwiegervaters übernahm.

Zum 100. Todestag von Professor Christian Wolff ließ Dr. Gustav Schwetschke eine Gedenktafel am Gebäude mit der Inschrift Chr. Wolffius-Philosophus-hic.habitabat – Hier wohnte der Philosoph Chr. Wolff – anbringen.