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Über Wohnungslosigkeit und unsicheres Wohnen in Halle
Ein Mensch, der keine eigenen, sicheren vier Wände hat, ist dem öffentlichen Blick ausgeliefert. Menschen, die wohnungslos sind oder in prekären Verhältnissen leben, erfahren häufig gesellschaftlichen Ausschluss und Entmenschlichung. Die Ausstellung versucht, sich gegen diesen Blick zu sperren. Sie begleitet Menschen zu den Orten, an denen sie leben, an denen sie betreut und aufgenommen werden.
Studierende der Kunsthochschule Burg Giebichenstein haben zwischen Oktober 2025 und Januar 2026 Gespräche, Interviews und Workshops mit Betroffenen und Beschäftigten sozialer Einrichtungen durchgeführt. In einer Tandemführung stellen Lotte Sauvant und Joseph Henrici, Studierende aus dem Studiengang Kommunikationsdesign/ Schwerpunkt Fotografie, das Ausstellungsprojekt vor. Sie berichten über ihren Austausch mit Betroffenen, aber auch mit Beschäftigten sozialer Einrichtungen. Sie erzählen, wie daraus eine Ausstellung entstanden ist und welche Absicht sie damit verfolgt haben.
zur Ausstellungsseite "tagsüber bin ich woanders - hier bin ich nur nachts"
Tickets
Eintritt Stadtmuseum 5 € /erm. 3 € zzgl. Führungsgebühr 2 €
Zum Tag der Demokratiegeschichte - in der Reihe "auf einen Kaffee ins Museum"
Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit – oft war sie hart umstritten, musste erträumt und erkämpft werden. Ausstellungsstücke zeigen, wie sich mutige Menschen für Freiheit, Demokratie, Menschenwürde und Gerechtigkeit einsetzten, aber auch wie diese Werte von Gegnern bedroht wurden: Welche Musik spielten rebellische Punks auf der Gitarre? Schützte die „Keine Gewalt“-Schärpe bei der ersten Demonstration 1989 vor Eskalation? Was hat die kornblumenverzierte Blumenvase mit Demokratiegegnern zu tun?
Auf einen Kaffee ins Museum. Entdecke Halle! am Nachmittag
Die Reihe verspricht spannende Einblicke in die Geschichte Halles!
Ausstellungsbesuch & Kaffeeplausch, 1 Mittwoch im Monat, 14:30 Uhr, Kaffee oder Tee & kleiner süßer Imbiss
Tickets
pauschal 7 €
Ein Veranstaltung zum Tag der Demokratiegeschichte
Der Dachverband der Migrant*innenorganisationen in Ostdeutschland – DaMOst e.V. und der Jugend- und Studentenring der Deutschen aus Russland – Sachsen-Anhalt (JSDR e. V.) präsentieren mit freundlicher Unterstützung des Stadtmuseums Halle die Ausstellung „Trotz allem! Postmigrantische Jugend bewegt den Osten“. Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Bildungswochen gegen Rassismus statt, ein Projekt von Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage in Kooperation mit dem Friedenskreis Halle e.V.
Zur Eröffnung sprechen Nicolas und Omar, zwei Protagonisten der Ausstellung, und laden zum Austausch ein. Die Eröffnung wird musikalisch begleitet. Für Getränke und Fingerfood ist gesorgt.
Der Eintritt zur Ausstellungseröffnung ist frei. An den Folgetagen gelten die Eintrittspreise des Stadtmuseums 5 €/ erm. 3 €.
Premiere Solotheaterabend mit Andrea Ummenberger, Autor: Alexander Widner - S. Fischer Verlag
Nietzsche, kennt man einfach! Ein Name wie ein Donnerschlag. Vertraut und fremd zugleich. Oft zitiert, streitbar, selten wirklich gelesen. Kaum ein Denker ist so wirkmächtig, so unbequem und zugleich so hartnäckig missverstanden wie Friedrich Nietzsche (1844–1900).
Geboren in Röcken in Sachsen-Anhalt, als Sohn eines lutherischen Pfarrers, galt Nietzsche früh als Ausnahmetalent. Geformt unter anderem an der Landesschule Pforta und mit nur 24 Jahren Professor in Basel, kehrte er der akademischen Welt aus gesundheitlichen Gründen 1879 den Rücken. Er wurde freier Schriftsteller, rastloser Wanderer und radikaler Kritiker seiner Zeit.
Philosophie, Literatur und Kulturkritik verschmelzen bei ihm zu einer Sprache voller Schärfe, Ironie und Lust an der Provokation. „Übermensch“, „Wille zur Macht“, „Gott ist tot“ – Schlagworte, die bis heute kursieren und doch selten verstanden werden. Gemeint war keine Pose, sondern eine Diagnose: eine Welt, die ihre Gewissheiten und Orientierung verloren hat. Was bleibt? Und was macht der Mensch daraus – mit seiner Freiheit?
Auch das vielfach zitierte „Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!“ aus "Also sprach Zarathustra" gehört dazu: weniger Handlungsanweisung als bewusst schockierende Zuspitzung. Für wen soll die Peitsche sein?
Das Theaterstück "Nietzsche oder Das deutsche Elend" von Alexander Widner (S. Fischer Verlage), als Solotheaterabend von Andrea Ummenberger überarbeitet, nimmt das Publikum mit, auf eine Begegnung mit einem Philosophen, der nicht erklärt, sondern Fragen stellt, die bis heute nachhallen und dessen Gedanken nichts von ihrer Sprengkraft verloren haben.
Der Abend möchte Nietzsche erfahrbar machen. Seine Zweifel, seine Radikalität, seine gefährliche Schönheit. Ein Abend für Neugierige, Zweifelnde, Widersprechende. Denn Nietzsche kennt man nicht einfach. Man begegnet ihm.
Solotheaterabend mit Andrea Ummenberger, Autor: Alexander Widner - S. Fischer Verlag
Nietzsche, kennt man einfach! Ein Name wie ein Donnerschlag. Vertraut und fremd zugleich. Oft zitiert, streitbar, selten wirklich gelesen. Kaum ein Denker ist so wirkmächtig, so unbequem und zugleich so hartnäckig missverstanden wie Friedrich Nietzsche (1844–1900).
Geboren in Röcken in Sachsen-Anhalt, als Sohn eines lutherischen Pfarrers, galt Nietzsche früh als Ausnahmetalent. Geformt unter anderem an der Landesschule Pforta und mit nur 24 Jahren Professor in Basel, kehrte er der akademischen Welt aus gesundheitlichen Gründen 1879 den Rücken. Er wurde freier Schriftsteller, rastloser Wanderer und radikaler Kritiker seiner Zeit.
Philosophie, Literatur und Kulturkritik verschmelzen bei ihm zu einer Sprache voller Schärfe, Ironie und Lust an der Provokation. „Übermensch“, „Wille zur Macht“, „Gott ist tot“ – Schlagworte, die bis heute kursieren und doch selten verstanden werden. Gemeint war keine Pose, sondern eine Diagnose: eine Welt, die ihre Gewissheiten und Orientierung verloren hat. Was bleibt? Und was macht der Mensch daraus – mit seiner Freiheit?
Auch das vielfach zitierte „Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!“ aus "Also sprach Zarathustra" gehört dazu: weniger Handlungsanweisung als bewusst schockierende Zuspitzung. Für wen soll die Peitsche sein?
Das Theaterstück "Nietzsche oder Das deutsche Elend" von Alexander Widner (S. Fischer Verlage), als Solotheaterabend von Andrea Ummenberger überarbeitet, nimmt das Publikum mit, auf eine Begegnung mit einem Philosophen, der nicht erklärt, sondern Fragen stellt, die bis heute nachhallen und dessen Gedanken nichts von ihrer Sprengkraft verloren haben.
Der Abend möchte Nietzsche erfahrbar machen. Seine Zweifel, seine Radikalität, seine gefährliche Schönheit. Ein Abend für Neugierige, Zweifelnde, Widersprechende. Denn Nietzsche kennt man nicht einfach. Man begegnet ihm.
Führung mit Liveanspiel des Carillons - Reservierung erforderlich
Freuen Sie sich auf Geschichten und Geschichte um das Carillon im über 600jährigen Roten Turm mit Gästeführerin Beate Krauße und einem Mitglied der halleschen Stadtcarilloneure!
Im Jahr 1977 verkündeten erstmalig Glocken im Roten Turm die Verbindung der Stadt zu Georg Friedrich Händel mit dem Westminster-Schlag des fünfstimmigen Uhrengeläutes in der Turmlaterne. Von dieser Tonfolge wird behauptet, sie sei eine Variation der vier Noten aus den Takten 5 und 6 der Arie I Know That My Redeemer Liveth. Das Glockengeschoss - der achteckigen Turmteil in ca. 40 Metern Höhe – beherbergt den klangvollen Schatz des Bauwerks: das größte Glockenspiel Europas! Das Carillon mit 76 Bronzeglocken wird deshalb auch Europa-Carillon genannt.
Eintritt:
→ 10 €
Max. 12 Teilnehmende, Reservierung erforderlich an telefonisch 0345-2213030 oder hier:
Lieder, Stücke und Osterklänge zum Beginn der Glockenspielsaison
Die Halleschen Stadtcarillonneure läuten die neue Glockenspielsaison am Europa-Carillon im Roten Turm ein.
Johannes Langenhagen, Davit Drambyan, Philipp Steinau, Nico Ahnert, Uta Gräber und Maik Gruchenberg spielen Österliches und Klassik, Volkslied, Pop sowie eigene Kompositionen.
Vor dem Konzert findet um 14:30 Uhr eine Glöcknerführung im Roten Turm statt (10 € p.P.). Dafür ist eine Anmeldung unter buchung-stadtmuseum@halle.de notwendig.
Hinweise zum Programm folgen.
mit dem Künstler Sebastian Harwardt
Mit Engramme setzt das Stadtmuseum Halle seine Tradition fort, die Werke von halleschen Kunstschaffenden der Gegenwart zu präsentieren.
Sebastian Harwardt beschäftigt sich in seiner Kunst vor allem mit Stadtlandschaften. Seine Bilder zeigen Architektur auf besondere Weise: Gebäude werden isoliert, neu zusammengesetzt oder verfremdet. Dabei interessieren ihn sowohl bekannte Sehenswürdigkeiten als auch unscheinbare Orte wie Industriegebiete, geschlossene Werkstore, Kioske oder Straßenmarkierungen. Schöne und weniger schöne Seiten der Stadt stehen gleichberechtigt nebeneinander.
Die Ausstellung Engramme lädt dazu ein, Stadt neu zu entdecken – als Ort von Erinnerung, Struktur und überraschender Schönheit.
Tickets
Eintritt Stadtmuseum 5 €/ erm. 3 € zzgl. Führungsgebühr 2 €
Vortrag und Gespräch mit Thomas Gräfe, Autor und freier Historiker
Die Ausstellung zu Reinhard Heydrich im Stadtmuseum Halle widmet sich auch seiner Jugendzeit in Halle an der Saale. Sie wirft dadurch eine von seinen Biografen und von der Stadtgeschichte bisher nicht beantwortete Frage auf: Wuchs der spätere Architekt der „Endlösung der Judenfrage“ in einer Zeit auf, in der man sich tolerant gegenüber Juden verhielt oder in der bereits völkisches Denken vorherrschte?
Der Vortrag gibt Einblicke in eine Epoche voller Widersprüche. Durch rechtliche Gleichstellung und sozialen Aufstieg gelangten die Juden im Kaiserreich vom Rand in die Mitte der Gesellschaft. Zugleich wurden sie in manchen Bereichen weiterhin diskriminiert, und es entstand der moderne Antisemitismus, dessen Ideologie die Nationalsozialisten vorfanden und nicht erfanden.
Was müssen wir tun, um diesen wichtigen Teil der Stadtgeschichte zu erforschen?
Eintritt frei
Die Veranstaltung wird unterstützt von der Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen-Anhalt.
Eine tschechische Perspektive auf Zwangsarbeit und Alltag in Halle 1942–1945
Vortrag und Lesung von Philip Mahrenholz (Historiker M.A. i.V.), Mitglied Kuratorenteam Stadtmuseum Halle
Im Rahmen der Werkstattausstellung "Spuren in Halle" am Stadtmuseum Halle steht die Erforschung des Tagebuchs des jungen tschechischen Zwangsarbeiters Josef Sýkora (Jg. 1920) im Mittelpunkt. In seinen Aufzeichnungen beschreibt er seine Erlebnisse als Zwangsarbeiter in Halle von 1942 bis 1945. Als Gehilfe in einem Friseursalon im Süden von Halle schildert Josef weniger die verhasste Arbeit für das System nationalsozialistischer Ausbeutung als vielmehr seinen Alltag, Begegnungen und Emotionen in der ihm fremden Stadt Halle und ihrer Umgebung.
Das Werkstattgespräch mit Lesungselementen macht Kontexte zu Zwangsarbeit greifbar und ordnet das Tagebuch als historisches Dokument wissenschaftlich ein.
Tagebuchauszug von Josef Sýkora, 1. Dezember 1942, erster Eintrag:
Ein trauriger Tag für mich, denn es ist der Tag, an dem ich mich für unbestimmte Zeit von meinem geliebten Zuhause verabschieden muss. Mein Bruder Vašek half mir, einen Koffer mit Kleidung und einigen Vorräten zum Bahnhof in Klobuky zu tragen. Es war am besten, sich so schnell wie möglich zu verabschieden, denn keiner von uns wusste, wie lange es dauern würde oder ob wir uns jemals wieder sehen würden.
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Begleitprogramms der Sonderausstellungen zu Reinhard Heydrich und des Lesefests "Halle liest mit" statt.
Bildcopyright: Stadtmuseum Halle I Leihgabe von Anna Košárková
